Planung
Zukunft gestalten: Tennishalle für Flein
Im März 2024 hat die Mitgliederversammlung den Vorstand beauftragt, zu prüfen, unter welchen Bedingungen eine 2-Feld-Tennishalle für den TC Flein realisiert werden kann.

Allen war und ist bewusst, wie wichtig ein ganzjähriges Sportangebot für unsere Mitglieder – insbesondere für Familien und Kinder – ist.
In den vergangenen sechzehn Monaten wurde intensiv gearbeitet und viel erreicht:
- Das Spielrecht auf der vom TC Flein genutzten Anlage konnte langfristig gesichert werden.
- Die selbst gesetzten Kostenrahmen wurden eingehalten.
- Die Baugenehmigung liegt vor.
- Und das Projekt ist finanzierbar.
Mit der neuen Tennishalle schaffen wir nicht nur zusätzliche Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten, sondern sichern zugleich die wirtschaftliche Zukunft unseres Vereins.
Die Mitgliederzahl ist in kurzer Zeit von 316 (Stand März 2024) auf mittlerweile 408 gestiegen – darunter 145 Kinder und Jugendliche.
Die Tennishalle ist ein wichtiger Schritt, um das Sportangebot ganzjährig zu sichern, die Jugendförderung weiter auszubauen und dem Verein eine stabile wirtschaftliche Basis für die kommenden Jahre zu geben.
1. Kosten und Leistungsumfang
Die Gesamtkosten des Projekts betragen 1.208.800 Euro. Dieser Betrag umfasst sämtliche Bau- und Nebenkosten, die für die schlüsselfertige Realisierung der Halle erforderlich sind.
Enthalten sind unter anderem:
- Erd- und Betonarbeiten, Entwässerung und Fundamente
- Hallenbau mit Dach, Fassade, Boden, Beleuchtung und Ausstattung
- Anschlussarbeiten, Heizung und technische Gebäudeausrüstung
- Außenanlagen und Zufahrten
- Statik, Planung und Nebenkosten
Die Angebote wurden in mehreren Stufen eingeholt, verglichen und durch Nachlässe leicht optimiert. Grundlage sind verbindliche Preisangebote von Fachfirmen.
Kostenaufteilung:
- PV Bau (Erd-, Beton- und Tiefbauarbeiten): 327.100 Euro
- Padberg (Hallenbau, Ausbau): 767.700 Euro
- Statiker: 15.000 Euro
- Außenanlagen: 28.000 Euro
- Heizung und Technik: 40.000 Euro
Damit ist die Summe von 1.208.800 Euro vollständig belegt und plausibel nachgewiesen.
2. Finanzierung
Die Finanzierung ist gesichert und setzt sich wie folgt zusammen:
- Zuschuss der Gemeinde Flein: 320.000 Euro (Beschluss liegt vor)
- Zuschuss des Württembergischen Landessportbundes: 261.000 Euro (Vorabzusage)
- Darlehen der Volksbank Flein: 575.000 Euro, Zins 3,94 %, Laufzeit 20 Jahre, abgesichert durch eine Bürgschaft der Gemeinde Flein
- Spendenzusagen: 8.500 Euro (Stand Oktober 2025)
- Rückfluss aus der Mehrwertsteuer: 4.900 Euro
- Eigenmittel des Vereins: 39.400 Euro
Damit sind die Gesamtkosten von 1.208.800 Euro vollständig gedeckt.
Der Verein verfügt derzeit über ein Barvermögen von rund 70.000 Euro, sodass der Eigenanteil ohne zusätzliche Belastung erbracht werden kann.
Darüber hinaus verfügt der Verein über zusätzliche Liquiditätspuffer durch den jährlichen Einzug der Mitgliedsbeiträge im April sowie durch Vorauszahlungen aus dem Hallenbetrieb (siehe Abschnitt 4).
3. Steuerliche Rahmenbedingungen
Der TC Flein e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und unterliegt damit besonderen steuerlichen Regelungen.
Neben dem eigentlichen Zweckbetrieb (Spiel- und Trainingsbetrieb für Mitglieder) darf der Verein in begrenztem Umfang wirtschaftlich tätig sein, wenn diese Tätigkeit dazu dient, den Zweckbetrieb zu sichern oder zu fördern.
Für die Tennishalle bedeutet das: Eine Vermietung an Nichtmitglieder bis maximal 30 Prozent der Hallenzeiten ist zulässig und steuerlich unbedenklich. Diese Grenze wird in der Planung berücksichtigt und durch ein entsprechendes Buchungssystem sichergestellt.
Nach Rücksprache mit dem Finanzamt Heilbronn ist der Verein im wirtschaftlichen Teil vorsteuerabzugsberechtigt.
Damit können alle im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb der Halle anfallenden Umsatzsteuern vollständig zurückgeführt werden – ein wesentlicher Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Projekts.
Darüber hinaus darf der Verein aus dem Betrieb der Tennishalle eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital erzielen, sofern diese im Rahmen von 5 bis 7 Prozent bleibt und ausschließlich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Zweckbetriebes verwendet wird.
Damit ist gewährleistet, dass mögliche Überschüsse aus der Hallenvermietung direkt der Förderung des Tennissports und dem langfristigen Erhalt des Vereinsbetriebs zugutekommen.
4. Wirtschaftlichkeit und Betrieb
Die geplanten jährlichen Einnahmen betragen 102.376 Euro. Sie stammen aus:
- Vermietung der Hallenplätze (überwiegend durch Quartalsabonnements)
- Werbung, Turnieren und Tenniscamps
- einem Überschuss aus dem bestehenden Vereinsbetrieb
Dem stehen laufende Betriebskosten von 52.375 Euro gegenüber, die sämtliche Energie-, Reinigungs-, Wartungs- und Verwaltungskosten sowie die jährlichen Zinsen (ca. 21.900 Euro) enthalten.
Energiekosten langfristig abgesichert: Das Hallendach wird an einen Energieversorger verpachtet, der dort eine Photovoltaikanlage betreibt. Im Gegenzug erhält der Verein den für die Halle benötigten Strom zu vergünstigten Konditionen. Diese vertragliche Regelung sichert die Energiekosten langfristig ab und macht den Verein weitgehend unabhängig von Strompreissteigerungen. Die in der Kalkulation angesetzten Energiekosten sind damit realistisch und verlässlich planbar.
Nach Abzug aller Betriebskosten verbleibt ein Überschuss von etwa 50.000 Euro, aus dem die Tilgung des Darlehens (19.800 Euro jährlich) erfolgt.
Das jährliche Gesamtergebnis nach Tilgung liegt damit bei rund 30.000 Euro – also klar im positiven Bereich.
Liquiditätssicherung durch Vorauszahlungen
Ein wesentlicher Baustein für die finanzielle Stabilität des Projekts ist das Abomodell für die Hallenvermietung. Die Hallenplätze werden überwiegend als Quartalsabonnements vermietet, die jeweils drei Monate im Voraus bezahlt werden.
Das bedeutet konkret:
- Bereits vor Beginn der Wintersaison liegen Einnahmen für mehrere Monate vor
- Die laufenden Betriebskosten können ohne Liquiditätsengpässe gedeckt werden
- Das Ausfallrisiko durch nicht bezahlte Buchungen wird minimiert
- Die Auslastung ist planbar und verlässlich
Zusätzlich werden die Mitgliedsbeiträge traditionell im April eingezogen, was dem Verein zum Start der Außensaison zusätzliche Liquidität verschafft.
Diese Kombination aus Vorauszahlungen und dem bewährten Beitragseinzug stellt sicher, dass der Verein zu jedem Zeitpunkt über ausreichend liquide Mittel verfügt, um seinen Verpflichtungen nachzukommen.
5. Auslastung
Die Auslastung wurde konservativ kalkuliert und basiert auf Erfahrungen vergleichbarer Tennishallen sowie auf Rücksprachen mit unseren Trainern.
Geplant ist eine Auslastung von etwa 60 Prozent über die gesamte Kapazität bzw. 75 Prozent in den Hauptzeiten der Wintersaison.
Diese Zahlen sind realistisch erreichbar, da:
- Die Halle primär für den eigenen Trainings- und Spielbetrieb genutzt wird
- Bereits jetzt hohe Nachfrage nach ganzjährigen Trainingsmöglichkeiten besteht
- Das Abomodell für planbare und verlässliche Buchungen sorgt
- Vergleichbare Hallen in der Region ähnliche oder höhere Auslastungen erreichen
Die Außensaison (April bis September) wurde in der Berechnung bewusst nicht berücksichtigt und dient als Reserve – etwa für Sondernutzungen bei Schlechtwetter, Veranstaltungen oder eine steigende Nachfrage durch weiteres Mitgliederwachstum.
Diese konservative Herangehensweise schafft zusätzliche Sicherheit: Selbst wenn die kalkulierte Auslastung in einzelnen Monaten nicht erreicht wird, bleibt das Projekt wirtschaftlich tragfähig.
6. Vermögensentwicklung
Mit der Fertigstellung der Tennishalle verbessert sich die Vermögenslage des Vereins deutlich.
Der TC Flein verfügt künftig über ein Vereinsvermögen von mehr als 600.000 Euro, das sich aus dem Bauwert der Halle und den Zuschüssen von Gemeinde und WLSB zusammensetzt.
Da das Darlehen über 20 Jahre regelmäßig getilgt wird, steigt das Eigenkapital jährlich um weitere etwa 20.000 Euro – zusätzlich zu möglichen Überschüssen aus dem laufenden Betrieb.
Die Tennishalle ist damit nicht nur eine sportliche, sondern auch eine finanzielle Stärkung des Vereins. Sie schafft eine solide Vermögensbasis, die dem Verein langfristig Handlungsspielraum und Stabilität gibt.
7. Risikomanagement und Absicherung
Jedes Bauprojekt birgt Risiken. Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt und entsprechende Vorkehrungen getroffen:
Kostenrisiko: Die Baukosten basieren auf verbindlichen Angeboten. Dennoch verbleibt nach Einbringung der Eigenmittel eine Reserve von 30.000 Euro.
Auslastungsrisiko: Die Auslastung wurde bewusst konservativ kalkuliert. Selbst bei 10 Prozent geringerer Auslastung wären die Einnahmen ausreichend, um alle laufenden Kosten und die Darlehensverpflichtungen zu decken. Das Abomodell mit Vorauszahlung minimiert zudem das Risiko von Zahlungsausfällen.
Energiekostenrisiko: Durch die Verpachtung des Hallendachs für eine Photovoltaikanlage und die vertragliche Zusicherung vergünstigter Strompreise ist der Verein langfristig vor Energiepreissteigerungen geschützt.
Liquiditätsrisiko: Die Kombination aus Vorauszahlungen durch Abonnements, dem Einzug der Mitgliedsbeiträge im April 2026 und dem positiven Cashflow aus dem Betrieb stellt sicher, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität vorhanden ist.
Förderungsrisiko: Die Zuschüsse der Gemeinde sind beschlossen, die Vorabzusage des WLSB liegt vor. Die Auszahlung ist an definierte Meilensteine gekoppelt, die im Projektverlauf nachgewiesen werden.
Zusammengefasst: Das Projekt ist solide kalkuliert, die wesentlichen Risiken sind identifiziert und durch entsprechende Maßnahmen abgesichert.
8. Ausblick und zukünftige Investitionen
Der jährliche Überschuss wird in erster Linie zur Tilgung des Darlehens und damit zum Aufbau von Vereinsvermögen verwendet.
Darüber hinaus schafft die Tennishalle Spielraum für zukünftige Investitionen – etwa für einen weiteren Sandplatz, Projekte zur Jugendförderung oder die Gestaltung der Außenflächen.
Zudem stehen in den kommenden Jahren wichtige Sanierungsmaßnahmen am Vereinsheim an:
- Die Heizung muss erneuert werden
- Das Dach benötigt eine grundlegende Reparatur oder Erneuerung
- Fenster sowie sanitäre Einrichtungen müssen modernisiert oder ersetzt werden
Für einige dieser Maßnahmen gibt es Fördermöglichkeiten, dennoch stellen sie für den Verein eine finanzielle Herausforderung dar, die aus Mitgliedsbeiträgen allein nicht zu bewältigen ist.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir mit der Tennishalle eine zusätzliche wirtschaftliche Basis schaffen, um den Verein langfristig handlungsfähig zu halten und notwendige Investitionen eigenständig umsetzen zu können.
Die durch die Halle erwirtschafteten Überschüsse werden nicht ausgeschüttet, sondern fließen direkt in den Erhalt und die Weiterentwicklung der Vereinsinfrastruktur. So sichern wir nicht nur den Tennissport, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des gesamten Vereins.
Fazit
Das Projekt Tennishalle Flein ist wirtschaftlich tragfähig, vollständig finanziert und langfristig abgesichert.
Mit den Zuschüssen der Gemeinde und des WLSB in Höhe von zusammen 581.000 Euro (48 Prozent der Gesamtkosten), dem durch die Gemeinde abgesicherten Darlehen der Volksbank und einem überschaubaren Eigenanteil entsteht ein Projekt, das den Verein nachhaltig stärkt und den Tennissport in Flein langfristig sichert.
Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist durch mehrere Faktoren abgesichert:
- Konservative Auslastungsplanung mit Reserven
- Langfristig gesicherte Energiekosten durch Dachverpachtung
- Liquiditätssicherung durch Vorauszahlungen und Abomodell
- Positive Cashflow-Entwicklung mit 30.000 Euro Überschuss nach Tilgung
- Aufbau von Vereinsvermögen über 600.000 Euro
Die neue Halle ist damit nicht nur eine Investition in die Infrastruktur, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Zukunft des TC Flein – für unsere Mitglieder, für die Jugend und für den Tennissport in unserer Gemeinde.

